Allgemein

Man muss schon…

Man muss schon viele Frösche küssen, auf dem Weg zum Prinzen.

Zucht ist eben nicht nur Rüde und Hündin. Das fällt immer wieder auf, wenn man sich damit auseinandersetzt. Natürlich wohnen die Auserwählten nicht direkt um die Ecke, wie wir es bei Indy und Maze haben. Aber fange ich mal von vorne an.

Es war einmal… so sollten Märchen beginnen und das tun sie auch oftmals. Es war einmal eine Idee. Die Idee, wenn mein Indy Deckrüde wäre und Logan als Papa eine Tochter bekäme, wäre das was? Eine Idee oder auch ein Traum. Denn wenn die Welpen auch so gefallen sind, dass man es hätte versuchen können, ist der Weg zur Zucht nun mal nicht eine gerade Linie.

Ich denke schon, dass sich alle Züchter einig sind, dass die Gesundheit der zukünftigen Welpen im absoluten Mittelpunkt steht, bevor es um Fellfarbe oder Erfolge im Sport, auf Ausstellungen oder ähnliches geht. Und eben diese Gesundheit entscheidet über ein Ja oder ein Nein. So bin ich immer mehr wie nervös, wenn die Welpen in das Alter kommen, wo Röntgen der zuchtrelevanten Parameter anstehen.

Oder, wenn in anderen Vereinen, die Augenuntersuchung durch den DOK stattfinden soll. Viele kleine Puzzleteile, die schlussendlich mal ein großes Ganzes ergeben sollen. Ein Termin folgt nach dem nächsten und wenn der Tierarzt mit dem Resultat ins Zimmer kommt, ist die Entscheidung oftmals aus gesundheitlicher Sicht gefallen. Zuchttauglich! Nun könnte man sich zurücklehnen und die Hände in den Schoss legen.

Was auf Rüdenbesitzer schon mal zutreffen kann. Es gilt da, den Rüden der Welt zugänglich zu machen. Ihn quasi zu bewerben und darzubieten. Schöner herausgeputzt und nur von der besten Seite, wie im Märchen eben. Aber ist es das? Als Rüdenbesitzerin kann ich sagen, nein, eigentlich nicht. Ich sehe an meinen Hunden auch die Schwächen, die jeder mehr oder weniger hat. Es ist schon gang und gäbe, dass sich die Besitzer/in von Hündinnen auf die Suche nach Mister Perfekt machen.

Jede Anfrage habe ich, über all die 17 Jahre, ernst genommen. Hinterfragt und geprüft, ob und wie das Wunschpaar passen würde. Viele Absagen, weil es vielleicht virtuell gepasst hätte, aber im echten Leben nun mal nicht. Denn auch der Charakter ist mir sehr wichtig. Niemand ist perfekt und genau da setzt mein Gedanke an Zucht an. Ergänzen und verbessern, zum Wohl der Rasse und für einen Hund, der so gesund wie möglich ist.

Schließlich hat die Natur immer das letzte Wort und das ist auch gut so. Ich habe einigen Damen für Indy abgesagt, weil ich wissen wollte, wie er sich vererbt und ob die Nachkommen so geworden sind, wie wir es geplant hatten. Wie zufrieden sind die Besitzer und würde eine Wurfwiederholung überhaupt Sinn machen? Jetzt, nach 16 Monaten der sieben Zwerge rückt alles näher und die Realität nimmt zu.

So treffen Maze und Indy sich wieder zum Spaziergang. Das ist gewollt, denn Hormone machen vieles schick. Im normalen Umgang wäre eine Sympathie einfach toll. Auch wenn ich bei Instagram die zwei zusammen zeige, ist es nicht an dem, dass der Deckakt vollzogen ist. Viel zu früh! Maze hat noch Pause und wenn es mit den Läufigkeiten passt, dann ist es eben auch erst Mitte 2025.

Aus Sicht einer Besitzerin mit Hündin ergibt sich eine komplett andere Perspektive, die Suche nach Mister Right. Ganz ehrlich, man muss schon viele Frösche küssen, um den Richtigen zu finden. Alle Kriterien für den passenden Rüden für Enola ist unglaublich schwer. Manchmal denke ich mir, gut, dass sie erst einmal erwachsen werden soll und wir noch ein paar Schritte von der Zuchttauglichkeit entfernt sind. Aber umsehen und anschauen, das mache ich jetzt schon.

Wenn sich Mister Perfekt versteckt und da auch bleibt, dann wird es auch keinen Wurf mit ihr geben. Meine Vorstellung ist manchmal wie ein Ausstechförmchen, was es nun mal nicht gibt. Aber, wenn vieles übereinstimmt, dann wäre es durchaus möglich. Somit kann ich nicht genau sagen, ob Enola einen Wurf haben wird.

Kommentare deaktiviert für Man muss schon…