Schafe hüten für Beginner
Der Herbst hat Einzug gehalten und bringt neben Regen und Nebel, auch schöne Tage, die noch einmal an Sommer erinnern. Zeit zum Schafe hüten für Beginner.
Im Sommer bekomme ich das Hüten nur schwer unter. Zu warm, zu anstrengend, zu irgendwas, Hauptsache es findet im heimischen Umkreis statt. Mag es daran liegen, dass ich den Hundesenior so gern dabei habe, oder aber, dass es im Herbst einfacher ist, alles zu planen. Es war nun so weit und ich hatte mit etwas Anlauf einen Termin gefunden, wo Agila und Ambar ihre ersten bzw. weitere Schritte an den flauschigen Hornträgern testen konnten.
Die Sonne hatte es gut mit uns gemeint und schien nach Leibeskräften. Enola und Indy ins Auto verfrachtet und auf Claudia samt Agila wartend, konnte man es gut aushalten. Eine kleine Kolonne aus zwei Autos setzte sich in Bewegung zu den Schafen meiner Freundin. Es erwarteten uns Schafe, die bereits im Roundpen standen und ein wenig vor sich hin mümmelten. Aber kein Training ohne Aufwärmen und so liefen wir zuerst eine kleine Runde.
Die Zeit nutzten wir gern, um über die Erfahrung von Agila an den Schafen zu reden, was es in der Hundewelt neues gibt, aber auch, damit sich die Hunde nach langer Pause begrüßen konnten. Zurück an der Wiese konnte Enola ihr Glück kaum fassen, denn sie durfte starten. Meine Erfahrungen mit einer Herde Schafe ist schon eine Weile her und ich gebe Enola nur zu gern in fähige Hände, die ihre Tiere gut kennt und dazu ein sehr feines Auge für Hund und Herde hat.
So habe ich die Gelegenheit, alles von außen zu betrachten und Fotos zu machen. Enola ist sehr aufgeregt, wenn sie um den Roundpen rennen darf, entwickelt aber zügig eine Strategie, wie man dem Menschen und den Schafen gerecht wird. Sie ist wendig, schnell und ihre Ohren sind voll bei der Sache. Schnell hatte sie gelernt, wenn man rechts um die Schafe geht, funktioniert es und sie sind kontrollierbar.
Auf der anderen Seite fiel es ihr sehr schwer dieselbe Arbeit zu leisten und so kreuzte sie gern ein, um doch noch die bevorzugte Seite zu nehmen. Also war ihr Auftrag dieses Mal die unbequeme Seite ebenfalls nutzen zu lernen. Sie pendelt sich gut ein und legt sich inzwischen schon allein auf 12 Uhr ab. Noch ist ein Druck aus der Sache nehmen, eine Challenge, die wohl ihre nächste Hausaufgabe werden wird. Schließlich lief die linke Seite und lernte, dass es so auch geht. Ihre nächste Stunde wird zeigen, ob sie sich das gemerkt hat.


Dann war Zeit für Agila. Sie beobachtete ihre Schwester und war ebenfalls aufgeregt und teilte das laut mit. Wen wundert es denn, weil Indy nicht viel anders war! Dieses Mal ließ er diesen Part schneller weg, als wenn er so erwachsen wäre, *lach*. Leine los und Agila rannte um den Roundpen mit wachsender Begeisterung.
Vorerst in eine Richtung, um zu testen und etwas Druck aus dem Warten zu nehmen. Stoppen war der nächste Part und ein Richtungswechsel, als das gelang, durfte sie auch in den Roundpen zum Arbeiten. Druck machen können alle, so war das Motto des Tages wohl. Aber, wen wundert es, junge Hunde und noch keine Erfahrung, wie man es anders machen könnte. Wohl gemerkt, Schafe hüten für Beginner und nicht für Fortgeschrittene. Auch meine Bande zählt sicherlich noch zu Beginnern mit Erfahrungsschatz.
Agila war Feuer und Flamme. Sie testete und wurde geleitet, gestoppt und gelenkt. Schließlich ist eines der Hauptschwierigkeiten, ein Ende zu finden und aufzuhören, wenn es am schönsten ist. Aber ein gewohntes Kommando aus der Ecke der Besitzerin und Agila wusste, es ist Feierabend und Zeit alles entspannter anzugehen.


Nach Indy seiner Trainingseinheit und einem Abschluss Spaziergang zum Cool down war auch Ambar eingetroffen. Leider hatte ein Umweg Zeit gekostet und das Licht des Tages wurde zusehens weniger. Dennoch sollte es auch für sie möglich sein, einmal Schafsluft schnuppern zu dürfen. Respektvoll und eher auf Abstand begann Ambar. Ihr waren die gehörnten Tiere nicht so geheuer und so gebrauchte sie ihre Strategie, mit Stimme zu arbeiten und einzuschüchtern.
Was anfänglich gelang, jedoch sind Schafe nicht so dumm, wie man annehmen möchte. Sie merken schnell, wenn der Hunde nicht den Druck aufbaut, den sie brauchen, um sich zu bewegen. Ambar war sich unsicher und das nutzen Schafe auch gern, um dem Hund eine Lektion zu erteilen. Es ist an uns, den Hund schneller aus solchen Situationen zu bekommen, oder Hilfe zu leisten. Wir halfen Ambar und gemeinsam hat sie erfahren, dass man Schafe höflich aber bestimmt anbellen darf und sie sich dann auch beugen.


Alles in allem sind die drei nicht nur optisch unterschiedlich, auch ihre Art, mit den Schafen zu interagieren, unterscheidet sich sehr. Enola, die Strategin, Agila, die Schnelle und Ambar mit Stimme. Wer sich fragt, wie Indy das macht. Er ist leise, schnell und schaut überlegt, was der Mensch gern möchte. Er ist allen Mädels jedoch ein paar Jahre voraus. Dennoch macht ihm auch das kleine 1 x 1 am Raoundpen Spaß. Tut dem Indy keinen Abbruch, auch mal da mitzumischen.
Freilauf mit Schafen lernt man durch Basics und die können auch mal poliert werden.


