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Trächtigkeitstagebuch

Nun kann es losgehen mit dem Trächtigkeitstagebuch.

Ich bin mir natürlich noch nicht sicher, wohin die Reise gehen wird. Aber da das Decken bereits geklappt hat, bin ich positiv gestimmt und hoffe, dass alles weitere auch klappen wird. Es gibt noch ein paar Etappenziele zu erklimmen, bis zur Geburt der Welpen.

30.12.2025
Es ist kurz vor Silvester und Enola hat vor 9 Tagen den Startschuss gegeben. Der erste Tropfen Blut und damit der Beginn eines Abenteuers, dessen Ausgang bei euch einziehen wird. Sofern alles so läuft, wie gewünscht.

Schon vor Monaten haben sich Heaven und Enola kennengelernt. Es war mein Wunsch, zu sehen, wie die Beiden aufeinander reagieren, abseits von Hormonen, die alles toll erscheinen lassen.  Heaven ist ein Rüde, der sich und seiner Ausstrahlung bewusst ist. Er pöbelt nicht, geht aber selbstbewusst durchs Leben, ohne dominant zu sein, eher devot und deeskalierend. Ich kenne Heaven von der Arbeit an den Schafen und mag sein souveränes Auftreten sehr. Heaven ist präsent, aber freundlich. 

Enola fand ihn beeindruckend, befremdlich und schließlich in Ordnung. Der Spaziergang mit ihm zeigte keine extreme Zuneigung, aber auch keine Abneigung.  Dazu muss man wissen, dass Enola mit sich und Indy zufrieden ist. 

Sie mag Grenzen und mag es auch, wenn diese eingehalten werden. Sie ist klar in ihrer Kommunikation und sucht lieber meine Nähe, als Ärger zu machen. Getreu dem Motto: große Klappe, ganz klein.

Jetzt warte ich darauf, dass Enola in die Zeit der Läufigkeit kommt, wo ein Treffen mit Heaven sinnvoll ist. Dann heißt es Daumen drücken, dass der Frost eine Pause einlegt und es für alle Beteiligten rund läuft.

Es ist Silvesternacht und bereits der 01.01.2026, da die Böllerei endlich ein Ende hat. Enola sollte noch einmal in den Garten und sich lösen. Sie hatte aber eher die Idee, ihrem Papa den Kopf zu verdrehen. Die Rute vorschriftsmäßig zur Seite, nur dass Indy dafür nicht gedacht ist. Nach ein paar Stunden Schlaf sollte es wohl zu Lisa und Heaven gehen. Eine Nacht voller Kopfkirmes und Gedanken, die in die Zukunft gleiten. Unwetter ab morgen Mittag und die kommenden Tage, gegen die Gedanken, etwas gesehen zu haben, was vielleicht noch nicht so stimmt. 

Enola und Indy trafen sich nach ein paar Stunden Schlaf im Garten und benahmen sich, als wäre nix mit der Läufigkeit. Vielleicht zögerlich, vielleicht auch nicht. Ich hatte Zweifel, ob ich nachts ein wenig Geister gesehen hatte. Das Zeitfenster wäre rechnerisch da, aber die Natur macht andere Dinge. Ich telefonierte mit Lisa und wir beschlossen, uns zu treffen, und wenn es ein Spaziergang werden würde. Dann eben das!

Enola und ich fuhren durch den Regen, durch Schnee und Hagel. An Lisas Wiese empfingen uns neben Lisa auch ihr Rudel und Dieter, ihr Bruder. Heaven und Enola, Lisa und ich teilten uns vom Rest der Gruppe und liefen unsere Runde, die wir schon so viele Male gelaufen waren. Schneeregen setzte ein und die zwei Hunde spielten sich den Weg entlang. Immer wenn ich auf meine Maus schaute, sah es nach Spiel aus. Wenn Lisa schaute nach Flirten und schließlich hingen die beiden. Liebe auf den zweiten Blick, und nach 17 Minuten trennten sie sich wieder. 

Unser Glück war, dass Lisas Bruder noch in der Nähe war und uns mit Kissen und Keksen versorgte. Dazu etwas zum Trinken, fast schon wie ein zweites Silvesterfest. 

Der Schnee hatte aufgegeben und wir waren so unglaublich glücklich über dieses Spiel der Natur, ohne Hilfe, ohne Druck und einfach nur mit Zeit und Vertrauen. Was Enola nun daraus macht, wird in 30 Tagen auf dem Ultraschall zu sehen sein. 

03.01.2026
Enola ist immer noch in ihren Stehtagen und wir trennen Indy und sie nach wie vor. Indy weint schon noch sehr und ich gehe davon aus, dass sie die 7 Tage sicherlich voll machen wird. Sehe ich an Enola eine Veränderung? Kann ich nicht sagen, denn diese besondere Situation der Standhitze lässt hier einen Zustand entstehen, der sonst einfach nicht so ist. 

Wir gehen spazieren und sie tobt, wie sonst auch. Wir machen Sport und sie ist mit Begeisterung für Futter dabei. Auch wie immer. Mein Wunsch nach Alltag ist größer denn je. 

05.01.2026
Enolas 5. Tag in der Standhitze. Warum das so erwähnenswert ist? Weil es unheimlich anstrengend ist. Nicht sie und auch nicht der Umstand, dass sie läufig ist. Eher die Konstellation aus Indy und Enola. Das Haus wird zum Tetris. Babygitter zur Hürde und ich zum Sherlock Holmes. Wann auch immer ich mich, wohin auch immer bewege, muss sichergestellt sein, das ein Zusammentreffen der Beiden auf gar keinen Fall stattfinden kann. 

Also Türen zu, Gitter davor und dreimal schauen, ob auch jeder auf seiner Seite ist und bleibt. Kaffee holen, oder auch Holz vom Garten in das Aterliergefängnis wird dabei zur Aufgabe. Enola liegt meistens im Schaufenster und beobachtet die Straße. Indy macht das auch sehr gern, ist aber im Moment Herrscher über das gesamte Haus minus das Atelier. Wahlweise tauschen wir auch, aber es macht hormontechnisch weniger Sinn, Indy immer mal wieder eine Nase voll zu gönnen.

Also sitze ich es aus, warte darauf, dass die letzten Tage auch noch verstreichen und spiele den Spielverderber unter dem Herren. 

07.01.2026
Man könnte meinen, die Läufigkeit zieht sich einen Monat oder mehr ins Land. Wir reden inzwischen von Läufigkeitsjahren, denn irgendwie scheint Enola in die Verlängerung zu gehen. Gut, dass draußen der Schnee für eine wahre Abwechslung sorgt. So kann ich wenigstens ein paar traumhaft schöne Spaziergänge erleben. Indy frisst nur noch außer Haus und ich friere mir dabei wundervoll die Finger ab. Mein sportlichen Aktivitäten sind enorm angestiegen und damit sind die Vorsätze für 2026 sehr gut angelaufen. 

Enola ist nach wie vor albern, flirtet mehr mit Indy als in den vergangenen Tagen. Das macht mich dezent wahnsinnig. Denn ich bin vom Aufpassen langsam richtig müde. Es ist gerade 19.43 Uhr, der Ofen schiebt Sonderschicht und die beiden Verliebten schlummern. Und ich? Ich versuche, wach zu bleiben, indem ich schreibe. Aber auch das macht müde Augen. Mit etwas Glück ist morgen alles überstanden und Enola wehrt Indy wieder ab. Ich kann gar nicht schreiben, was für eine Mini-Party ich feiern würde.

Natürlich entspannt sich dadurch die Lage im Haus um einiges. Keine Absperrungen, kein Trennen und mein aktuell größter Wunsch, schlafen, wenn ich müde bin. Im Grund genommen, versuche ich die Uhrzeit auf 20.30 Uhr vorzuschieben. Damit ich mit den beiden noch einmal den Busch besuchen kann und dann den Feierabend einläute. Alles allein zu organisieren, da der Mann sich auf Geschäftsreise befindet, ist nicht so einfach und ganz und gar nicht, wie ich es gern hätte. 

Dazu soll über Nacht noch ein Schwung Schnee kommen, den ich dann wohl morgen auch noch entfernen darf. Auch das macht alles etwas kniffliger als sonst schon. Meine Wege für einen Spaziergang sind vereist und machen eine wahre Rutschpartie daraus. Genug gejammert und erst weitere 3 Minuten verbummelt, das wird wohl nichts mit dem Zeitvertreib Schreiben für die Nachwelt.

10.01.2026
Das Ende der Stehtage, wie habe ich das erhofft und herbeigesehnt. An Tag  8 der Läufigkeit war noch kein Ende in Sicht, aber am Ende meiner Nerven und Geduld. Ich sag es mal so, Geduld kann ich, aber es muss schnell gehen. Indy begann wieder zu futtern, auch wenn es nur das dargebotene Fleisch war und nicht das Trockenfutter. Ich habe mich wie ein Schneekönig gefreut und gehofft, Enola macht keine weiteren Biegungen mit der Rute in Sachen Verführung des Papas.

Nichts zu machen und so stellte ich mich auf einen weiteren Tag im Gefängnis des Ateliers ein. Eine Nacht mehr auf dem Sofa und vielleicht einen Morgen mit der Erkenntnis: Alles ist vorbei und ein neues Kapitel kann geöffnet werden. Indy blieb ruhig, obwohl wir uns auf die erste kleine Pipi-Runde im Dorf gemacht haben. Ein Aufkleber mehr für die Pro-Fertig-Seite, aber erst wenn die Rute ihre normale Haltung hat, freu ich mich. So der Plan. Keine Stunde später flitzt Enola an Thomas vorbei zu mir ins Bad. Ich zähle rückwärts und erwarte, Indy zu sehen, aber ohne Erfolg. 

Wir beide machen uns auf den Weg in den Garten und Indy ist sofort mit dabei. Ich renne, wie ein aufgescheuchtes Huhn hinter beiden her und sehe, was ich so gewünscht hatte. Eine Enola, die gewohnt ihren Papa mit den Pfoten auf die Nase haut, ihn umrundet und rennt. Indy rennt ebenfalls und beide spielen, wie sonst auch. Kein Anflirten, kein Rutenkrampf, keine fliegenden Herzchen, die mehr als Freundschaft zeigen. Ende der Läufigkeit und ein riesengroßer Stein ist mir von den Schultern gefallen. Endlich wieder Alltag. Zumindest einer, der uns vielleicht nach und nach zu den Welpen bringt.

Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten, wenn es etwas Spannendes gibt. Aktuell genießen wir den Winter und schlafen einfach mal eine Mütze mehr.

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