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Nachruf

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal einen tierischen Nachruf schreiben müsste. Aber doch…

Fast 18 Jahre Border Collies, eine gefühlte Ewigkeit und das mit allem, was es zu bieten hat. Wer sich mit Zucht auseinandersetzt, kommt auf kurz oder lang mit dem Thema Abschied in Berührung. Hunde kommen und gehen… das denkt man schnell. Ist das denn auch so?

Als ich damals in diese Welt voller wunderbarer Tiere geschlittert bin und bei einigen Würfen Zuschauer spielen konnte, lernt man automatisch sich auch mit dem Ableben zu beschäftigen. Sei´ es eine Todgeburt, zu früh verschiedene Wurfmitglieder, aber die eigenen werden sicherlich 100 und älter.

Doch leider ist dem nicht so. Ich hatte in vielen Dingen wirklich Glück und durfte bei vielen ein Begleiter durch Raum und Zeit sein. Durfte Gayle, als meine Stammhündin bei ihrem Wurf begleiten. Sie schenkte uns Nick, den Professor. Der wiederum maßgeblich an Indy beteiligt war. Und wenn man die Kette weiter betrachtet, haben wir Enola, weil es einen Indy gab.

Ahnentafel mal anders. 2021 ging mein erster Rüde, der ebenfalls Vater von 6 Welpen war. Das komplette bisherige Leben veränderte sich. Ganze 8 Monate später ging auch Gayle und es blieben Nick und Indy. Die Lücke hat sich nie ganz geschlossen. 2023 ging ein kleiner – großer Traum in Erfüllung als Enola einzog. Sie war ein wenig der Kleister, der alles wieder richtig anfühlen ließ.

Am 02.03.2025 mussten wir unseren Nick gehen lassen. Der Welpe, der in meine Hand von meiner Hündin geboren wurde. Den ich eine Handvoll Tage nicht an meiner Seite hatte, weil er in der Tierklinik eine komplizierte OP überstehen musste. Neun volle Tage ohne ihn waren keine schöne Erfahrung. Und nun muss ich mein – unser Leben weitergehen. Nur schwer gewöhne ich mich an diesen neuen Alltag ohne Seniorhunde.

Einiges läuft leichter, vieles fühlt sich falsch an und ist doch richtig. Indy hat nach dem Verlust seiner „Helden“ vieles einstecken müssen und das als ziemlich zarte Pflanze. Jetzt ist sein Vater und letzter erfahrener Rüde gegangen. Aus drei werden wieder zwei. Wir erleben neue Abenteuer und, was auch immer auf uns zukommen mag, in Gedanken sind wir alle zusammen.

Nick war knapp 13,5 Jahre bei mir, er fehlt mir jeden Tag. Wenn aus Gewohnheit, Trauer, aber auch Hoffnung und Dankbarkeit wird. Ich bin ihm wegen so vielem dankbar. Vor allem, dass ich die zwei noch hier habe.